Studie des DIW Econ analysiert Auswirkungen der Einsatzsteuer auf den deutschen Online-Glücksspielmarkt
Xander Franke · Oct 1, 2026

Studie des DIW Econ analysiert Auswirkungen der Einsatzsteuer auf den deutschen Online-Glücksspielmarkt

Die neue Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Econ) im Auftrag des Deutschen Online Casinoverbands (DOCV) untersucht die Folgen der 5,3-prozentigen Einsatzsteuer auf virtuelle Automatenspiele in Deutschland und stellt fest, dass diese Regelung den legalen Markt benachteiligt, während illegale Anbieter profitieren, da deren durchschnittliche RTP-Rate bei etwa 95 Prozent liegt, wohingegen legale Plattformen nach Abzug der Steuer nur noch rund 89 Prozent erreichen, was die Spielzeit auf regulierten Seiten verkürzt und Aktivitäten in den Schwarzmarkt verschiebt.
Hintergründe zur Einsatzsteuer und ihrer Umsetzung
Seit der Einführung der Steuer im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 erheben die Länder auf jeden Einsatz bei virtuellen Slotmaschinen einen festen Prozentsatz, und die Studie zeigt, wie diese Struktur die Wettbewerbsbedingungen verändert, denn legale Betreiber müssen die Abgabe direkt an der Einsatzbasis leisten, während unerlaubte Plattformen ohne diese Belastung operieren und dadurch höhere Auszahlungsquoten anbieten können, was Spieler anzieht und die Kanalisierung in den regulierten Bereich erschwert.
Schlüssele rgebnisse der empirischen Analyse
Forscher des DIW Econ werteten Daten aus 18 europäischen Ländern im Zeitraum von 2010 bis 2024 aus und ermittelten einen direkten Zusammenhang zwischen Steuererhöhungen und Rückgängen bei der Kanalisierung, wobei jede einprozentige Erhöhung der Einsatzsteuer zu einem durchschnittlichen Rückgang von 0,82 Prozentpunkten bei der Nutzung legaler Angebote führt, während die RTP-Differenz von 89 Prozent auf legalen Seiten gegenüber 95 Prozent auf illegalen Plattformen als zentraler Treiber für diese Verschiebung identifiziert wurde.
Steuerausfälle für die Länder und wirtschaftliche Konsequenzen
Die Analyse verdeutlicht, dass die reduzierte Spielzeit auf legalen Plattformen nicht nur die Attraktivität des regulierten Marktes mindert, sondern auch zu Steuerverlusten für die Bundesländer führt, da geringere Umsätze in diesem Segment weniger Abgaben generieren, und Experten der Studie weisen darauf hin, dass eine Umstellung auf eine Bruttospielertragsbesteuerung (GGR) die Wettbewerbsfähigkeit legaler Anbieter verbessern könnte, indem sie die Steuerlast an die tatsächlichen Erlöse koppelt und illegale Angebote weniger vorteilhaft macht.

Internationale Vergleiche und methodische Grundlagen
Die Forscher berücksichtigten Entwicklungen in verschiedenen europäischen Märkten, um Muster bei Steuermodellen und deren Einfluss auf Spielerverhalten zu identifizieren, und die Ergebnisse zeigen, dass Länder mit GGR-basierten Systemen höhere Kanalisierungsraten aufweisen, während feste Einsatzsteuern wie in Deutschland die legale Nachfrage schwächen, was durch statistische Modelle belegt wird, die den Einfluss der 5,3-Prozent-Abgabe auf RTP und Nutzungszeiten quantifizieren.
Empfehlungen der Studie für zukünftige Regulierungen
Basierend auf den Daten aus dem Untersuchungszeitraum schlagen die Autoren vor, das aktuelle Steuermodell zu überdenken und auf eine GGR-Besteuerung umzustellen, da diese Anpassung Steuerausfälle verringern und die Attraktivität legaler Angebote steigern könnte, während sie gleichzeitig die Wettbewerbsnachteile gegenüber illegalen Operatorn abbaut, und die Studie betont, dass solche Änderungen auf Grundlage der analysierten europäischen Erfahrungen fundiert sind.
Fazit und Ausblick auf den Markt in Oktober 2026
Zusammengefasst liefert die DIW-Econ-Untersuchung detaillierte Einblicke in die Mechanismen, durch die die Einsatzsteuer den legalen Sektor schwächt, und ruft zu einer Reform auf, die auf den empirischen Erkenntnissen aus 18 Ländern basiert, wobei die Entwicklungen bis Oktober 2026 zeigen, wie anhaltende Steuerstrukturen weiterhin Marktverschiebungen begünstigen könnten, falls keine Anpassungen erfolgen.